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Bruchweiler-Bärenbach baut Freizeitanlage

Quelle: Die Rheinpfalz - Ausgabe vom 14.04.2007 von Lilo Hagen

Mit der Freizeitanlage "Spießwiesen" entsteht in Bruchweiler eine Attraktion für viele Zielgruppen und für den Tourismus

Die Rheinpfalz - Ausgabe vom 14.04.07 von Lilo hagen

Mit der Umgestaltung der 1,5 Hektar großen Wiesenfläche Spießwiesen direkt neben dem Kindergarten zu einer Erholungs- und Begegnungsstätte erfüllt sich für die Bürger von Bruchweiler ein lang gehegter Traum.
Schon vor 30 Jahren, zu einer Zeit als die Gemeinde Wieslautern bereits gebildet und noch nicht davon auszugehen war, dass eines Tages die Ortsgrenze zwischen Bruchweiler und Bundenthal wieder existieren würde, ist im Bebauungsplan eine Fläche für eine Parkanlage ausgewiesen. Der damalige Gemeinderat wollte damit eine Begegnungsstätte für die Bürger Bundenthal und Bruchweiler als auch ein Angebot für Urlaubsgäste schaffen. Alles, was an die damaligen Pläne noch erinnert, ist eine am äußersten Ende der Fläche, direkt an der Ortsgrenze zu Bundenthal, gelegene Brunnenanlage. Deren beiden massiven Felsgesteine heißen im Volksmund "Die feindlichen Brüder", denn auch der Brunnen war ein "Kind" Wieslauterns. Es sollte dazu dienen, die Bürger beider Ortsteile einander näher zu bringen. Wie die Geschichte zeigt, halfen weder diese noch andere Maßnahmen, 1989 erfolgte auf Betreiben der Bundenthaler die Auflösung von Wieslautern, was den beiden Ortsteilen ihre Unabhängigkeit als eigenständige Gemeinden Bundenthal und Bruchweiler zurück gab.

Die feindlichen Brüder in Bruchweiler - Foto: Lilo Hagen Die Pläne für die Freizeitanlage gerieten dabei allerdings nicht in Vergessenheit. Bereits 1990 beschloss der neue Gemeinderat Bruchweiler, auf der Freifläche "Spießwiesen" eine Park- und Grünanlage anzulegen. In all den Jahren bemühte sich die Gemeinde um eine staatliche Förderung des Projektes, denn eine Finanzierung aus eigenen Haushaltsmitteln war den Bruchweilerern selbst in besseren Jahren nicht möglich.

Abbildung: "Die feindlichen Brüder" im südlichsten Teil der Spießwiesen erinnern an die Zeit, als die Gemeindeväter von Wieslautern ihre Ortsteile Bruchweiler und Bundenthal einander näher bringen wollten.

Brunnen von Bundenthal gekauft

Inzwischen verwilderte die auf Bundenthaler Gemarkung gelegene Brunnenanlage immer mehr, bis Bundenthal dem Wunsch des Bruchweilerer Ortschefs Alfons Burkhart nachkam und sie der Nachbargemeinde verkaufte. Die ließ sie wieder in Stand setzen und pflegt sie seit dem. Im April 2001 startete man in Bruchweiler erneut einen Versuch, die Freifläche in eine Parkanlage umzuwandeln. Der Gemeinderat bejahte einer mit den betroffenen Fachbehörden abgestimmte Entwurfsplanung des Heltersberger Ingenieurbüros ISA. Auf dieser Grundlage wurde bereits im Juli 2001 ein Zuschussantrag beim Wirtschaftsministeriums in Mainz gestellt. Das Ministerium teilte mit, dass eine Förderung des Vorhabens nur in Betracht komme, wenn im Zusammenhang mit der Erholungs- und Freizeitanlage auf dem Gelände zusätzlich ein Fremdenverkehrsbetrieb geschaffen werde. Dieser, von einem Privatinvestor gebauten Betrieb, solle mindestens 25 Betten vorhalten. Die Gemeinde schrieb mehr 100 deutsche Hotelketten an, aber erfolglos. Das Wirtschaftsministerium kam im Februar 2003 dann zu der Ansicht, dass die vorhandenen Fremdenverkehrsbetriebe durch die geplante Freizeitanlage so gestärkt würden, dass die Ansiedlung eines Hotelbetriebes für die Förderung des Projektes nicht zwingend mehr erforderlich sei. Man entschied, dass die Förderbedingungen zum einen durch die umliegenden Gästezimmer und Ferienwohnungen als auch durch das in unmittelbarer Nähe neu errichtete "Gästehaus Felsengarten" bereits erfüllt seien. Daraufhin wurde die Entwurfsplanung angepasst und im September 2003 vom Gemeinderat abgesegnet.

Hotelinvestor gefunden

Dennoch hält die Gemeinde an der Absicht fest, im südlichen Bereich des Geländes an der Otto-Muck-Straße eine Fläche für einen derartigen Betrieb freizuhalten. "Nicht zuletzt, weil dies eine weitere touristische Stärkung für unsere Gemeinde bringen würde", erläutert Alfons Burkhart die Entscheidung des Rates. Inzwischen hat sich die Suche nach einem Investor als erfolgreich erwiesen. "Eine derartige Einrichtung wäre eine sinnvolle Ergänzung zu unserer Erholungs- und Freizeitanlage. Außerdem bringt eine Hotelansiedlung mit einem ordentlichen Restaurationsbetrieb neues Leben ins Dorf, es entstehen neue Arbeitsplätze und so würde letztlich die gesamte Gemeinde davon profitieren", sagt Burkhart. Inzwischen ist man, gemeinsam mit dem Investor, auf der Suche nach einem geeigneten Betreiber für den noch zu errichtenden Hotelbetrieb. Ende 2004 erteilte die Kreisverwaltung Südwestpfalz die wasserrechtliche Erlaubnis für den Bau eines Wasserlaufs durch die Anlage als Seitenarm zur Wieslauter. Eine Genehmigung für den Lehrpfad entlang der Wieslauter versagte sie jedoch aus naturschutzrechtlichen Gründen. Die Behörde schlug vor, den Lehrpfad statt dessen an dem die Parkanlage durchfließenden Seitenarm der Wieslauter anzulegen. Die Gemeinde stand inzwischen vor ganz anderen Problemen, da die in solchen Fällen stets zuverlässige Daniel Theysohn-Stiftung zu dieser Zeit keine Fördermittel gewähren konnte. Damit wurde der Freizeitpark wieder einmal in Frage gestellt, denn ohne Mittel der Stiftung war die Gesamtfinanzierung des Projektes nicht mehr sichergestellt. Die Gemeinde sah sich nicht in der Lage, diese Finanzierungslücke durch eigene Mittel zu schließen.

Stiftung gibt 103.000 Euro

Als die Daniel Theysohn-Stiftung dann im November 2006 eine Zuwendung von 103.000 Euro zusagte, wurde der Weg frei für die Förderung des Landes. Der Bewilligungsbescheid des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau über 663.000 Euro traf am 30. Januar ein.

Seitdem laufen die Vorbereitungen zur Umsetzung des Projektes auf Hochtouren, denn das Projekt muss, entsprechend den Vorgaben des Bewilligungsbescheides, bis zum 31. Oktober abgerechnet sein. Günther Jochum vom Planungsbüro ISA hat inzwischen die Pläne auch in einer Bürgerversammlung, zu der sich über 50 Einwohner eingefunden hatten, vorgestellt. Oberstes Gebot der Pläne war, dass die Anlage einen Beitrag zur regionalen Strukturverbesserung leistet und zur Förderung des sanften Tourismus beiträgt. Man erwartet eine Steigerung der Übernachtungszahlen, durch die neue Einnahmequellen für die einheimische Bevölkerung erschlossen werden. Dabei gehen Rat und Planer davon aus, dass sich durch das neue Angebot auch die Aufenthaltsdauer der Gäste erhöhen wird.

Im Blickpunkt: Wasserspielplatz und Freilichtbühne

Bruchweiler: Viele Zielgruppen ansprechen

Die Lage der Freizeitanlage "Spießwiesen", die auch durch die Wieslauterbahn erschlossen werden kann, direkt am überregionalen Radweg Hinterweidenthal/ Weißenburg ist besonders günstig. Angesprochen werden sollen mit dem neuen Angebot ganz unterschiedliche Zielgruppen, denn die Anlage bietet nicht nur etwas für Familien mit Kindern, sondern auch für Jugendliche und Senioren.

Planer Günther Jochum hat die Anlage in Funktionsbereiche für Nutzergruppen gegliedert. Dabei entstand der Plan für eine landschaftlich reizvolle, naturnahe und abwechslungsreiche Parkanlage, bei der die Erlebbarkeit der Landschaft im Vordergrund stehen soll. Nicht nur der naturnah gestalteten Bachlauf auch die von einander getrennten Spielbereiche machen eine aufwändige Geländemodellierung nötig. Der künstliche Bach wird 1,20 bis 1,70 Meter unter dem natürlichen Geländeniveau liegen. Die flache Gestaltung der Uferböschungen sorgt für eine gute Sicht auf den Bachlauf. Zur naturnahen Gestaltung sollen Findlinge und einheimische Pflanzen beitragen. Kleine Brücken aus pulverbeschichtetem Stahl sollen das sichere Überqueren des Baches ermöglichen. Trittsteine bieten eine Überquerungshilfe. Mit einer aus Sandsteinquadern gestalteten Wassertretanlage am künstlich angelegten Bach werden die "Spießwiesen" nicht nur für Gesundheitsbewusste und Kneippianer eine besondere Attraktion bereithalten. Der entlang des Baches geplante Wieslauterlehrpfad soll an zehn Stationen über Flora und Fauna, aber auch über das Leben der Menschen an der Wieslauter Auskunft geben. Vorgesehen ist auch eine Teichanlage mit einem Beobachtungssteg. Er ermöglicht es dem Besucher, trockenen Fußes über den Weiher zu gelangen, um das Leben in dem Gewässer beobachten zu können.
Plan von Günter Jochum

So sieht der Planer Günther Jochum den Park, der eine Attraktion, nicht nur für Bruchweiler, sondern für die ganze Region werden soll.
Größere Ansicht als PDF-Datei – bitte auf den Plan klicken.

Klettern an Felsenpyramide

Dalmenturm - Foto: Lilo Hagen Der geplante Wasserspielplatz, eingebettet in eine großzügige Matsch- und Spielzone, wird für die Altersgruppen, von Kleinkindern bis zu älteren Jugendlichen, nutzbar sein und laut Jochum das "Spiel-Highlight" in den Spießwiesen darstellen. Ein weiterer Spielplatz soll in der Nähe der Wiesenstraße entstehen. Eine Sitzecke mit erhöhten Sitzgelegenheiten bietet Eltern und Aufsichtspersonen eine bessere Gesamtübersicht über den Spielplatz, auf dem auch Klettermöglichkeiten an Felsen zur Verfügung stehen werden. Weitere Klettermöglichkeiten bietet eine Felsenpyramide aus roten Sandsteinquadern. Zwischen Spielplatz und Felsenpyramide rundet ein 15 Meter hoher, so genannter Dalmenturm mit Rutsche, ähnlich wie im Wild- und Wanderpark Silz, das Spielangebot ab. Zwischen Wieslauter und dem Wasserspielplatz soll ein Freiluftrondell entstehen, das auch als Freiklassenzimmer dienen kann. Die Sitzstufen sollen aus Sandstein mit einer Holzauflage hergestellt werden. Unterhalb des Wasserspielplatzes, direkt neben dem Kindergarten, sollen die Parkmöglichkeiten ausgebaut und durch Abgrenzung der Stellplätze durch einzeilige Natursteinbänder der Anlage angepasst werden.

Abbildung: Mit dem so genannten Dalmenturm, 15 Meter hoch, soll in der neuen Freizeitanlage ein Spielangebot der Superlative geschaffen werden.

Bolzplatz und Skateranlage

Als zentrale Einrichtung und kultureller Mittelpunkt der "Spießwiesen" wird direkt neben dem Weiher ein Pavillon mit einer Freilichtbühne entstehen, wo Konzerte und kleine Aufführungen abgehalten werden können. Die gesamte Konstruktion wird aus Stahlprofilen bestehen, die Bühne erhält eine Überdachung aus gespannten Segeltüchern. Zwischen Rondell und Pavillon liegt ein Bolzplatz, an dessen Rand eine Tribüne mit Felsen angelegt werden soll. Direkt daneben bietet eine Fläche Platz für eine Skater-Anlage, die die Gemeinde selbst bezahlen muss, da sie nicht gefördert wird. Zwar plädiert der Gemeinderat auf eine schnelle Umsetzung der Pläne, doch wie lange die Bruchweiler Jugendlichen noch auf ihre heißersehnte Bahn mit Halfpipe warten müssen, wird von der Lage des Haushalts abhängen. Für die geplante Anlage werden 30.000 bis 45.000 Euro benötigt. Den Radweg, der derzeit noch auf der Wiesenstraße verläuft, will Jochum neben der Straße anlegen, was nicht zuletzt eine größere Sicherheit der Radfahrer garantiere. Eine Pergola aus Stahl mit einer Schatten spendenden Überdachung soll den Radfahrern künftig eine Rastmöglichkeit bieten. Im Parkinneren, südlich der Ruhezone, wird eine weitere Pergola mit Rankseilen Schatten spenden. Hier stehen von Hügeln umrahmte Sitzbänke. Die Hügel grenzen gleichzeitig den Park zur Freifläche ab, auf der einmal ein Hotel entstehen soll. Folgt man dem Weg, der von der Pergola ausgehend weiter in den Park hineinführt und hält sich links, erreicht man eine Sonnenuhr. Betreten werden kann man den Park nach Fertigstellung sowohl von der Wiesenstraße als auch von der Otto-Muck-Straße aus. Die Eingänge werden durch Stelen aus Sandstein gekennzeichnet. In den Eingangsbereichen sollen die Wege mit Natursteinpflaster belegt werden, ansonsten sind alle Pfade naturbelassen und nur durch Natursteinbändern gekennzeichnet. Alle Wege durch den Park werden beleuchtet sein. Es sollen Lampen mit einfachen Formen gewählt werden, die zu den einfachen, funktionalen Bänken aus Stahl passen. Planung Günter Jochum

Quelle: Die Rheinpfalz - Ausgabe vom 14.04.2007 von Lilo Hagen

Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Lilo Hagenfür die freundliche Genehmigung und Bereitstellung der Texte, Fotos und Grafiken.



Einweihungsfeier Parkanlage Spießwiesen

Für eine größere Ansicht, bitte kleines Bild anklicken.

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Fotos 2009: © Krystyna Faul [30]


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