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Wappenbeschreibung und Daten

Wappen Bruchweiler In gespaltenem Schild vorn in Silber aus blauen Wellen wachsend vier natürliche Schilfkolben, je zwei schräglinks und schrägrechts gekreuzt, hinten in blau ein goldener, rotbewehrter, nach rechts schreitender Bär. Bruchweiler verdankt seinen Namen der Lage im versumpften Wieslautertal (mittelhochdeutsch "bruoch" = Moorboden, Sumpf). Orte (Höfe) mit der Endung "wiler - wilari - wilre" wurden nur mit Billigung des Königs im sogenannten Königsland gegründet, was unserem heutigen "weiler" entspricht. Das Bestimmungswort mittelhochdeutsch "ber" entspricht dem neuhochdeutschen Bär). Der Bach gab dem Ort den Namen.
  • Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Landkreis: Südwestpfalz
  • KFZ-Kennzeichen: PS (Pirmasens)
  • Verbandsgemeindeverwaltung: Dahn 
  • Ortsbürgermeister: Michael Zwick  
  • Einwohner: ca. 1.850
  • Fläche: 936 ha

 


Der Wappenbaum

Wappenbaum Am Ortseingang aus Richtung Dahn steht ein prächtiger Wappenbaum, der die sehr ausgeprägte Vereinsarbeit in der Gemeinde dokumentiert. Er ist außerdem ein Zeichen der Solidarität der Gemeinde und der Vereine untereinander. Am Baum hängen die Wappen von insgesamt 21 örtlichen Vereinen, das Wappen der Ortsgemeinde Bruchweiler-Bärenbach und das Wappen der Partnergemeinde Oberelsbach / Rhön. Der Wappenbaum hat eine stolze Höhe von ca. 15 m und wurde erstmals im Jahre 1997 aufgestellt. Anfang des Jahres 2005 wurde der Baum durch eine wuchtige Sturmböe umgerissen um im August 2006 verbunden mit einer kleinen Festveranstaltung erneut aufgestellt. Die Errichtung des Wappenbaumes geht zurück auf eine Idee und Initiative des Hawwer Club, der auch jeweils bei den Arbeiten im Zusammenhang mit der Aufstellung federführend war.


 

 

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Ersterwähnung von Bärenbach

Der jetzige Ortsteil von Bruchweiler-Bärenbach lag auf dem Besitz der Weißenburger Abtei. Um 760 als Berenbach erwähnt. Der Immunitätsbezirk der Weißenburger Abtei, begann beim Sandbühler Hof oberhalb von Bruchweiler, verlief dann linksseitig der Wieslauter bis Bundenthal und von hier beidseitig des Baches talabwärts über Weißenburg bis zur Bienwaldmühle.

Im Oktober des Jahres 967 verleiht Otto II. in einer in Verone (Oberitalien) ausgestellten Urkunde dem Kloster Weißenburg die Immunität. In der Grenzbeschreibung des zum Kloster gehörenden Herrschaftsgebietes lesen wir folgende Angaben:

"... ad occidentalem vero plagam usque ad Lutenbach et Berenbach et inde at Erlinsbach et inde ad Grunenbrunnen et inde Oderichesseit,:..."

"... Im Westen erstreckt sich das Gebiet bis hin zum Lauterbach und von dort zum Bärenbach und dann weiter zum Erlenbach und zum Grunenbrunnen und von da zum Oderichesseit;..."

Ersterwähnung von Bruchweiler

Im Berwartsteiner Kopialbuch von 1470 beschreibt Erhart Wiler, Amtmann des Klosters Weißenburg auf der Burg Berwartstein, eine Fehde zwischen ihm und den Eckbrecht von Dürckheim, Herren auf Burg Drachenfels, denen das Dorf Busenberg gehörte und deren Diener, Kellers Hans von den Landbewohnern, die auf der Lauter Holz flößten, einen Zoll erhob, obwohl ihm dies auf Veranlassung des Erhart Wiler und seines Herrn durch einen Gerichtsbeschluss verboten worden war.
Da die Eckbrecht von Dürckheim dieses Verbot missachtet hatten, nahm Wiler als Vergeltungsmaßnahme vier Einwohner des Dorfes Bruchweiler, wo die Eckbrecht ebenfalls Herrschaftsrechte besaßen, gefangen.

"Forderünge Erhart Wilers gegen die Eckbrechtt:
Item Kellers Hans von Bussenberg habt den zol uff der Lüter vom holtz uff von den armen luten, das myn her dechan und ich innen an dem geicht zu Slettenbach verbotten han, habent sie uberfaren, darüff han ich vier von Bruchwiler gefangen".


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Chronologischer Abriss

 5. - 6.Jhd.  Der Sieg des merowingischen Königs Chlodwig über die Alemannen zu Beginn des 6. Jahrhunderts brachte den Wasgau unter die Herrschaft der Frankenkönige.
 7. - 8.Jhd.  Erschließung der eroberten Gebiete durch Kolonisten, die sich in alten Straßen (Heerwege, Salzstraße) und Bachläufen geeignete Siedlungsplätze suchten.
     760      Erstmals urkundliche Erwähnung von Berenbach und lag im Besitz der Weißenburger Abtei im Grenzverlauf des Klosters Weißenburg.
    1345      Nach dem Aussterben des Berwartsteiner Herrengeschlechts gelangt Bärenbach wieder in den alleinigen Besitz der Abtei von Weißenburg und wurde von adligen Vögten verwaltet, die auf dem Berwartstein residierten.
    1465      Erstmalige Erwähnung von Bruchweiler im Berwartsteiner Kopialbuch als "Bruchwilre", gehörte seit Beginn des 13. Jahrhunderts als Lehen der Bischöfe von Speyer den Grafen von Dahn.
    1470      Im Speyerer Bistumsartikel werden erstmals eine Kapelle und eine Kaplanei Bruchweiler erwähnt.
    1480      Am 24.07.1480 wird die Herrschaft Berwartstein mit Bärenbach als Bestandteil an den thüringischen Junker von Throta verliehen.
    1485      Durch Kauf am 21.02.1484 wird der Junker von Throta alleiniger Besitzer der Berwartsteinischen Herrschaft.
    1545      Im Teilungsvertrag des Bernhard von Dahn werden für Bruchweiler acht Familien als ansässig aufgeführt.
    1584      Nach dem Aussterben der Linie von Throta und neuem Lehensvertrag gehört Bärenbach ebenfalls zum Bistum Speyer.
    1613      wird Bruchweiler als Filiale der Pfarrei Fischbach geführt, deren Pfarrer auch für Bruchweiler zuständig war.
1616-1648 Der Dreißigjährige Krieg dezimiert die Bevölkerung von Bruchweiler auf zwei Familien (1633). Am Ende des Krieges war der Wasgau verödet und fast menschenleer.
14.03.1629 Anklage gegen Christina, Ehefrau des Bruchweilerer Schmieds Seyfried, wegen Hexerei. Drei Wochen später wird sie nach Befragung und Folterung aus der Haft in Weißenburg als unschuldig entlassen.
1680-1699 Französische Truppen unter Ludwig XIV. besetzen den Wasgau bis an die Queich. Dahn und Burg Neudahn werden 1689 zerstört.
1701-1714 Infolge des spanischen Erbfolgekrieges ziehen erneut französische Truppen durch das Gebiet der Pfalz, die Verwüstung und Plünderungen beginnen.
    1793      erreicht die französische Revolutionsarmee das Wieslautertal. Kampf bei Bundenthal am 11.9.1793. Amt Dahn (Bruchweiler) und Amt Altenstadt (Bärenbach) geraten bis 1815 unter französische Herrschaft.
    1798      Abschaffung aller Feudalrechte und Einführung des Code Civil, der allen Bürgern Rechtsgleichheit garantieren sollte.
    1801      Abtretung aller linksrheinischen Gebiete an Frankreich.
    1804      Durch die Neuordnung im Zuge der politischen Veränderungen und der Zugehörigkeit zu Frankreich bekommt Bruchweiler eine eigene Seelsorgerstelle, die aber unbesetzt bleibt in Bruchweiler.
    1809      zählt Bruchweiler 350 Einwohner, Bärenbach 108 Einwohner.
    1814      Absetzung Napoleons und Zusammenbruch der französischen Herrschaft in den linksrheinischen Gebieten.
01.05.1816 Das Gebiet der Pfalz wird endgültig dem Königreich Bayern zugeordnet. Bruchweiler und Bärenbach werden wieder deutsch.
    1820      Bau des ersten Schulhauses in Bruchweiler in der Nähe der späteren Bahngleise, das erst im Zuge des Bahnbaues abgerissen wurde.
01.01.1828 wurden Bruchweiler und Bärenbach im Zuge einer Verwaltungsreform zu einer Gemeinde vereinigt. Bruchweiler zählt im Jahr1824 – 405 und Bärenbach 88 Einwohner.
    1839      Abriss der alten Kirche von Bruchweiler.
11.11.1839 Grundsteinlegung für das neue Gotteshaus.
03.10.1841 Konsekration der neuen Kirche, deren altes Patrozinium Hl. Kreuz beibehalten wurde, durch den Bischof von Speyer, Johannes von Geissel.
1904-1911 Bau und Einweihung der Lokalbahn Kaltenbach–Bundenthal.
1914-1918 Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges waren 32 Bruchweilerer Männer gefallen oder vermisst.
01.12.1918 wird die Pfalz von Frankreich besetzt und muss für die Dauer der Besatzungszeit wie im Februar 1919 Requisitionen sämtlicher Gespanne im Ort, aller tauglichen Pferde, Stuten, Fahrzeuge und Fahrräder über sich ergehen lassen.
    1922      Im August 1922 Einquartierung von 268 Soldaten, 6 Offiziere und 5 Leutnants mit 55 Pferden und 29 Wagen.
    1928      Bruchweiler meldet einen Gesamtschaden aus der Besatzungszeit von 12.608 Mark an.
    1934      Nach Einführung des Arbeitsdienstes durch die Nationalsozialisten wurde in Bruchweiler ein Reichsarbeitsdienstlager errichtet (RAD-Lager).
    1935      Lokalkaplan Eduard Leist beginnt in Bruchweiler seinen seelsorgerischen Dienst.
    1938      beginnt der Bau des Westwalls entlang der französischen Grenze von Hagenbach bis Windsberg, Bruchweiler, in der zweiten Sperrlinie gelegen, die von Niederschlettenbach bis Eppenbrunn verlief, bekam 41 betonierte Bunker, 28 Erdbunker und einen Stollen am Geierstein, 2500 m Panzergräben in den Wäldern, eine Panzer-Wassersperre von 12.000 m², außerdem zahlreiche Schuss- und Minenfelder.
01.09.1939 Innerhalb weniger Stunden wird die Bruchweilerer Bevölkerung nach Hessen, Franken und Thüringen evakuiert.
    1940      Im Juni 1940 durften die Bruchweilerer zurückkehren.
1944-1945 Im Dezember 1944 erneute Evakuierung der Bevölkerung ins pfäzische Hinterland bis Februar 1945 wo sie bei ihrer Rückkehr die Hälfte der Wohngebäude und fast alle Stallungen stark beschädigt vorfanden.
14.02.1969 Zwangsvereinigung der Gemeinden Bruchweiler-Bärenbach und Bundenthal zur Gemeinde Wieslautern, im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform.
    1971      Bann der Felsenlandsorte für die neue Gemeinde Wieslautern.
    1989      Auflösung der Gemeinde Wieslautern und Neubildung der früheren Gemeinden Bruchweiler-Bärenbach und Bundenthal durch Landesgesetz.


Alte Karten von Bruchweiler–Bärenbach

Katasterkarte der ersten Aufnahme des Grundstücks- und Gebäudebestandes von Bruchweiler-Bärenbach aus dem Jahre 1843 (PDF-Dokument, 70 KB)

Luftbildaufnahme von Bruchweiler-Bärenbach aus dem Jahre 1945 (PDF-Dokument, 53 KB)



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Die Rote Zone - Westwall

Panzer - Rote Zone Bruchweiler gehörte unter den Nationalsozialisten zur sogenannten "Roten Zone", wie der 20 Kilometer breite Streifen entlang des Westwalls genannt wurde. Von dem in der Nacht vom 31. August auf den 1. September 1939 ergangenen "Freimachungsbefehl" - für diese "Rote Zone" waren allein im Landkreis Pirmasens 33 Dörfer betroffen. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich auch in Bruchweiler die Nachricht, dass alle Bewohner evakuiert werden sollten, wie ein Lauffeuer verbreitet. Bis Mittag sollte das Dorf vollständig geräumt sein, darum packte man in aller Eile das Nötigste zusammen. Jeder "Volksgenosse" durfte 15 Kilo Gepäck mitnehmen. Busse und Lastwagen fuhren vor, um Alte, Frauen und Kinder abzutransportieren. Kaum einer konnte sich mit dem Gedanken abfinden, alles stehen und liegen zu lassen. Jeder Bewohner dieser landwirtschaftlich geprägten Region hatte Vieh im Stall und so wurden die Kühe ein letztes Mal gemolken, Schweine, Hühner und Hasen ein letztes Mal gefüttert. Die Tiere mussten zurückbleiben und ihre Besitzer gingen mit der Hoffnung, dass sich die Westwallarbeiter um sie kümmern würden.

Die Bewohner Bruchweilers wurden nach Main- und Mittelfranken in die Umgebung von Schweinfurth und Würzburg gebracht. Andere kamen sogar nach Thüringen. Natürlich waren die Fremden, die in den einzelnen Ortschaften im Landesinneren in verschiedene Häuser einquartiert wurden, nicht immer gern gesehene Gäste. "Franzosen", nannte man sie geringschätzig – so als wären sie freiwillig von Zuhause weggegangen.

Viele Bruchweilerer landeten im Landkreis Rhön-Grabfeld (Bayern – Regierungsbezirk Unterfranken) in den Gemeinden Oberelsbach, Unterelsbach, Weisbach, Ginolfs und Sondenau, die heute die Marktgemeinde Oberelsbach bilden. In Oberelsbach lebten die Menschen wie die in Bruchweiler von der Landwirtschaft. So erkannte man sich schnell als Seelenverwandte, die Bruchweilerer wurden herzlich aufgenommen. Im Gegensatz zu anderen Regionen kümmerte man sich in der Rhön um die Menschen, die der Krieg in die Dörfer geweht hatte und die ohne ihr Verschulden die Heimat hatten verlassen müssen.

In beiden Regionen begann nach dem Krieg der allmähliche Niedergang der Landwirtschaft, deren Erträge viel zu gering waren, als das man hätte davon leben können. In der Region Südwestpfalz sicherten Schuhfabriken den Menschen ein relativ hohes Auskommen.

Bis in die heutige Zeit ist diese Seelenverwandtschaft erhalten geblieben, denn die beiden Gemeinden haben nach wie vor viele Gemeinsamkeiten und weisen ähnliche Strukturen auf. Beide Gemeinden verfügen über eine Vielzahl an Vereinen, die das Gemeindeleben maßgeblich mitgestalten und beide verfügen über eine überwiegend katholische Bevölkerung, was damals wohl viel wichtiger war als alles andere.


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Der grüne Westwall heute – Pfalz

Denkmal Westwall - Stein im Nachbarort Rumbach Von den ehemals vier Artilleriebunkern sind noch drei erhalten, zwei wurden restauriert und wieder eingerichtet. Sie vermitteln eindrücklich, wie sich das Leben der Soldaten in den Bunkern gestaltete, sie geben Einblick in die Technik der Anlagen und beherbergen Zeugnisse der Zeit. Johann Fuchsgruber konnte die Anlagen vor dem Abriss bewahren, setzte sich für den Erhalt ein und baute das Museum auf.. So vergingen zwei Jahre harter Arbeit bis zur Eröffnung, welche komplett in Eigenleistung realisiert wurde. Eine finanzielle Hilfe von öffentlicher Seite gab es nicht. Heute stehen die Bunker und Stollen unter Denkmalschutz. Ein Verein wurde nicht gegründet. Zu gross war die Angst vor "falschen" Mitgliedern mit brauner Gesinnung. Dem Besucher sei eindringlich eine Führung angeraten. Johann Fuchsgruber vermittelt mit großem Wissen und auf eine lockere Art die Technik der Anlagen und die Geschichte des Westwalls, erklärt die weiteren Ausstellungsstücke wie Panzerungsteile, einen Protzenwagen, Lüfter für die Bunkeranlagen, die Besonderheiten von Bunkeröfen und die vielen Zeitdokumente in Form von Fotos und Kartenmaterial.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Wert der Ruinen für die Flora und Faune erkannt. Zahlreichen Pflanzen und Tieren bieten die Bauwerke Lebensraum und sind für deren Arterhaltung wichtig geworden. Entlang des Panoramweges im Nachbarort Rumbach findet man noch einen dieser Stollen, der von Fledermäusen bewohnt wird.

Stollen im Nachbarort Rumbach Abbrucharbeiten Knurrenhalde Bruchweiler:
Bilder von Gisbert Klar, Bruchweiler

Kleinstbunker im Westwallbereich Südwestpfalz:
Bilder von Gisbert Klar, Bruchweiler

Kleindenkmäler - Steine im Westwallbereich:
Bilder von Gisbert Klar, Bruchweiler



Westwallmuseum
76887 Bad Bergzabern
Kurfürstenstraße
Johann Fuchsgruber, Telefon: 0 63 98 - 367
Internet: www.vive-vitam-tuam.de/westwal/

Öffnungszeiten:
Jeden 1.Sonntag im Monat von März bis Oktober von 10:00 - 16:00 Uhr
von Juli bis Oktober jeden Sonntag und Feiertage Ostern, Pfingsten, 3.Oktober
Gruppen außerhalb der Öffnungszeiten nach telef. Vereinbarung



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